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Die Rhythmisierung

Die Schule am Schloss ist eine teilgebundene Ganztagsschule, d.h. wir stellen für jede Schülerin und jeden Schüler an zwei Wochentagen ein verbindliches Ganztagsangebot zusammen. Das Ganztagsangebot begann im Schuljahr 2010/11 mit Jahrgang 7 und durchzieht seit dem Schuljahr 2013/14 alle Jahrgänge.
Unser Zeitplan für den Tagesablauf sieht aktuell folgendermaßen aus:

Zeitstruktur2015 16

Was auf den ersten Blick kompliziert wirkt, ist unseren Schülerinnen und Schülern (SuS) und den Kolleginnen und Kollegen in den vergangenen fünf Schuljahren in Fleisch und Blut übergegangen.


Bis zum Schuljahr 2011/12
wurde in der Schule am Schloss im klassischen 45-Minuten-Rhythmus unterrichtet. Die Mittagspause umfasste eine Zeitstunde, an den Unterricht schlossen sich Neigungskurse am Nachmittag an.
Problematisch gestaltete sich bis dahin zum einen die Gestaltung der Mittagspause, die von SuS und vom pädagogischen Personal gleichermaßen als zu lang empfunden wurde und inhaltlich nicht ausreichend „mit Leben gefüllt“ war. Zum anderen wurden die Neigungskurse am Nachmittag nicht ausreichend von unseren SuS frequentiert.

Das Schuljahr 2012/13

Die Grundstruktur der heutigen Rhythmisierung wurde mit Beginn des Schuljahres 2012/13 gelegt.

Unser Ziel war es, mit einer grundlegend neuen Rhythmisierung mehr Verbindlichkeit für unsere SuS zu erreichen mit einem zusätzlichen und verpflichtenden Unterrichtsangebot im Mittagsband.[1] 

In der Antragsvorlage für die Gesamtkonferenz vom 11.06.2012 und für die Schulkonferenz vom 13.06.2012 liest sich dies wie folgt:

„Auf der Grundlage von § 13 Sek I VO schlagen wir eine Planung im 40-Minuten-Rhythmus vor. Die einzelnen Unterrichtsblöcke sind dadurch in der Regel 80 Minuten lang, bei drei aufeinander folgenden Stunden 120 Minuten. Die eingesparte Zeit steht für die verbindlichen Angebote im Mittagsband sowie für Einzelstunden zur gezielten Förderung in den Kernfächern zur Verfügung. […] Diesen Überlegungen Rechnung tragend, ist das Mittagsband mit versetzter Essenszeit für jeweils zwei Jahrgänge sowie einstündigen Wahlpflicht-AG´s als Fixpunkt des Ganztagsbetriebes geplant. JedeR ISS-SchülerIn hätte demnach zwei sechzigminütige Wahlpflicht-AG´s pro Woche, was drei Unterrichtsstunden entspricht. Die Planung der Angebote in der Wahlpflicht-AG sowie die Zuordnung der SchülerInnen läge in der Verantwortung der Jahrgangsteams. Denkbar sind Inhalte entlang des Fächerkanons (Mathezirkel, Deutsch-LIFT, Naturwissenschaft), aber auch freie Angebote, die auf den Erwerb überfachlicher Kompetenzen abzielen.“

Als wichtigste Ziele verbanden wir mit der Einführung des Mittagsbandes:

  • für die Schülerinnen und Schüler: Eine erhöhte Verbindlichkeit bei der Nutzung der Ganztagsangebote;
  • für uns Pädagoginnen und Pädagogen: Die Einführung fest eingeplanter Zeiten für Absprachen zur pädagogischen Arbeit in den Jahrgängen.

Mit der Einführung unserer neuen Tages- und Wochenstruktur zu Beginn des Schuljahres 12/13 gingen wir schnell wichtige Schritte zur Umsetzung dieser Ziele.

Die erhoffte Entschleunigung durch längere Einzelphasen wollte sich dagegen nicht einstellen, so dass wir in der Zeit des Praktikums (im November 2012) an zwei Stellen nachsteuerten:

  1. Einführung einer kleinen Pause zwischen der zweiten und dritten Unterrichtsstunde
  2. Bündelung der naturwissenschaftlichen Einzelstunden zu Doppelstunden, wo der bestehende Stundenplan dies zuließ.

Wir stellen außerdem fest, dass mit zunehmender Konsolidierung des neuen Rhythmus´ das Empfinden von Hektik abnahm.

Unsere Rhythmisierung haben wir im Startschuljahr 2012/13 (und im darauffolgenden Schuljahr) im Rahmen unserer Gesamtkonferenzen aufwändig ausgewertet.

Im Mai 2013 fassten wir die Auswertung der Rhythmisierung wie folgt zusammen:
Für das Schuljahr 2013/14 wird es nötig sein, das Augenmerk nochmals gezielt auf die Förderung der Schülerinnen und Schüler in den Kernfächern zu richten: „Der Ganztagsbetrieb [...] bildet eine pädagogische Einheit und umfasst neben dem Unterricht Angebote der individuellen Förderung. Die individuelle Förderung im Ganztagsbetrieb umfasst insbesondere Schülerarbeitsstunden, Förderunterricht gemäß § 10 Absatz 4, Maßnahmen der Berufsorientierung sowie Arbeitsgemeinschaften.“ (Sek I VO, §14). Hilfreich können hierfür die Vorüberlegungen zum Sprachbildungskonzept […] sein.[2]

Das Schuljahr 2013/14

Mit Beginn des Schuljahres 2013/14 steuerten wir an folgenden Stellen nach:

  1. Einführung zusätzlicher kleiner Pausen (zwischen der 4. und 5. Unterrichtsstunde)
  2. Einstellung zusätzlicher Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter für die Betreuung unversorgter Schülerinnen und Schüler im Mittagsband sowie für die Caféteria-Aufsicht; dadurch mussten Lerngruppen beim Ausfall von Angeboten nicht mehr auf die übrigen Angebote aufgeteilt werden.
  3. Honorarverträge mit weiteren externen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Senkung der Schülerfrequenzen in den Angeboten.[3]

Das Mittagsband als Dreh- und Angelpunkt des Ganztagbetriebs wurde durch die gezielte Verstärkung der Schulsozialarbeit in diesem Schuljahr stark entlastet. Die Verstärkung der Schulsozialarbeit war möglich durch Mittel aus unserem Ganztagesbudget. Der bisherigen Unruhe im Mittagsband konnte dadurch gezielt entgegengewirkt werden.

Das Schuljahr 2014/15

Einen weiteren entscheidenden Schritt in diese Richtung taten wir im darauffolgenden Schuljahr 2014/15:
Ein Teil der Jahrgangsteams plante, den Klassenrat wöchentlich ins Mittagsband zu nehmen, so dass statt zweien nur noch ein wöchentliches Wahlpflicht-AG-Angebot im Jahrgang geplant werden musste.[4]

Entwicklungen seit dem Schuljahr 2015/16

Seit dem Schuljahr 2015/16 sprechen wir von „Kursen“ statt von „Wahlpflicht-AGs“, weil es immer wieder zu Verwechslungen mit dem regulären Wahlpflicht-Angebot kam. Im gleichen Schuljahr führten wir den wöchentlich verbindlichen Klassenrat[5] ein, so dass jede Schülerin und jeder Schüler heute einen Mittagsband-Kurs und eine Klassenratssitzung pro Woche besucht.

Die inhaltlichen Vorgaben zu den Kursen haben wir unverändert beibehalten, ebenso die Organisation der Kurse in den Jahrgangsteams.

Auch mit zeitlichen Veränderungen im Tagesablauf waren wir seit Einführung unserer Rhythmisierung vor fünf Jahren sehr sparsam und vorsichtig: Im Wesentlichen beschränkten wir uns auf die Einfügung von 5-Minuten-Pausen zwischen den Unterrichtsstunden am Vormittag zur Erhaltung der vollen Unterrichtszeit beim Wechsel der Stunden.

Die Installation unserer zweiten Schülerarbeitsstunde im Schuljahr 2015/16 brachte uns im darauffolgenden Schuljahr 2016/17 nochmals planerisch an unsere Grenzen: Bei einigen Kolleginnen und Kollegen kam es zu Überschneidungen zwischen Teamzeit und Nachmittagsunterricht, für die wir Einzellösungen (späterer Kursbeginn u.ä.) finden mussten. Eine Delegation der Erweiterten Schulleitung beschäftigte sich nochmals mit der Rhythmisierung, ging am 07. Oktober 2016 in Klausur und stellte Überlegungen zu möglichen Verbesserungen in der Rhythmisierung an.

Das Ergebnis: Unsere Rhythmisierung überzeugt uns nach wie vor. Die Alternativen bringen mehr Nachteile mit sich als Vorteile.

 

[1] Gleichzeitig zogen wir mit der neuen Rhythmisierung die wöchentliche Sitzung der Jahrgangsteams ein, die auf der Ebene der Pädagoginnen und Pädagogen ebenfalls verbindlich in den Stundenplan eingefügt wurde (vgl. SchiC A Kommunikationsstrukturen).

[2] Vgl. Anlage zur Auswertung der zeitlichen Tages- und Wochenstruktur im Schuljahr 2012/13 im Rahmen der Gesamtkonferenz am 16.05.2013

[3] Vgl.  Anlage zur Auswertung der zeitlichen Tages- und Wochenstruktur im Schuljahr 2013/14 im Rahmen der Gesamtkonferenz am 08.04.2014

[4] Siehe ebd.

[5] Vgl. SchiC B: Demokratierziehung

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