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Die fächerübergreifenden Unterrichtseinheiten

Die Integrierte Sekundarschule ist eine Schule für alle. Das bedeutet für uns, unterschiedliche Zugangswege zu ermöglichen. Um uns dieser Herausforderung zu stellen, haben wir uns Ende 2012 entschieden, an der „Pädagogischen Werkstatt: Individualisierung/ Umgang mit Heterogenität“ (Kooperationsprojekt zwischen der Akademie des Deutschen Schulpreises der Robert-Bosch-Stiftung und der damaligen SenBJW) teilzunehmen.

Die bis dahin vorhandenen Kommunikationswege an unserer Schule wurden genutzt, um den Entscheidungsprozess zur Teilnahme an der Pädagogischen Werkstatt mit Beteiligung des gesamten Kollegiums wie folgt zu vollziehen:

  • Information über die Möglichkeit zur Teilnahme an der Päd. Werkstatt durch die Schulleitung in einer Teamleitungssitzung
  • Vorstellen der Inhalte in den Jahrgangsteams durch die jeweiligen Jahrgangsleitungen
  • Benennen interessierter Kolleginnen und Kollegen in den Jahrgangsteams
  • Rückmeldung aller interessierten Kolleginnen und Kollegen in der folgenden Teamleitungssitzung
  • Votum des Kollegiums zur Teilnahme an der Päd. Werkstatt
  • Anmeldung der teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen.

Wie im Konzept der Pädagogischen Werkstatt vorgesehen, nahm unsere Schule mit 5 Kolleginnen und Kollegen an den Fortbildungsmodulen teil. Darüber hinaus standen uns noch 2 Multiplikatorinnen für zwei Jahre zur Verfügung. Deren Aufgabe bestand darin uns bei der Verbreitung der Fortbildungsinhalte im Kollegium und bei der Planung der Umsetzung dieser Inhalte im Unterricht zu unterstützen.

Wesentliche Inhalte aus der Pädagogischen Werkstatt waren:

  • Standards für individuell erfolgreiches Lernhandeln
  • Differenzierende Aufgaben
  • Methodenrepertoire
  • Entwickeln von Unterrichtseinheiten/Heterogenität nutzen
  • Zusammenarbeit erleben und pflegen
  • Leistung wahrnehmen, beschreiben und bewerten

Das folgende Jahr nutzten die teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen, um während der Fortbildungsmodule die Inhalte kennenzulernen und erste Unterrichtsmaterialien zu erstellen.

Am 27.03.2014 wurde das gesamte Kollegium mit einigen Inhalten der Pädagogischen Werkstatt vertraut gemacht. Im Rahmen eines Studientages beschäftigten wir uns mit der sogenannten Kognitiven Landkarte. Die Kognitive Landkarte stellt differenzierende Aufgaben zusammen, die eine individuelle Bearbeitung von Unterrichtsinhalten ermöglichen sollten. Sie besteht aus Aufgaben zum Argumentieren, Erforschen, Imaginieren, Ordnen und Urteilen. Wir nennen diese Aufgabentypen im Kollegium seither AEIOU-Aufgaben. Ziel dieses Studientages war es, differenzierende Aufgaben zu erstellen und diese in den nächsten Monaten zu erproben. Als Basis für die Erstellung solcher AEIOU-Aufgaben dienten die zuvor von den Fachkonferenzen erarbeiteten Stoffverteilungspläne.

Ursprünglich planten wir, dass für jeden Jahrgang (7-10) zukünftig sogenannte Jahrgangskalender erstellt werden sollten, in denen für jedes Schuljahresquartal eine fachübergreifende Einheit mit Nennung des Themas, der Unterrichtsinhalte und der beteiligten Fächer angegeben werden sollten. Die Ausarbeitung dieser fachübergreifenden Unterrichtseinheiten sollte in den wöchentlich tagenden Jahrgangsteams platziert werden.

Schnell stellte sich heraus, dass die Erarbeitung und Durchführung von vier fachübergreifenden Unterrichtseinheiten pro Schuljahr für jeden Jahrgang eine Überforderung darstellte. Aus allen vier

Jahrgängen wurde dieses über die Teamleitungen im Rahmen der Teamleitungssitzung kommuniziert. Deshalb trafen wir am 20.06.2014 die Entscheidung, zwei fachübergreifende Unterrichtseinheiten pro Schuljahr zur erstellen und zu erproben und änderten den Jahrgangskalender entsprechend.

Den Präsenztag am 22.08.2014 nutzten wir u.a. dafür, dass alle Jahrgänge eine Entscheidung darüber trafen, welche Themen im Schuljahr 14/15 fachübergreifend bearbeitet werden sollten. So lagen uns zu Beginn des Schuljahres für jeden Jahrgang grob ausgefüllte Jahrgangskalender vor.

Zusammen mit den zwei Multiplikatoren bereitete das Leitungsteam einen Pädagogischen Nachmittag vor, der dazu dienen sollte, eine Verabredung darüber zu treffen, welche grundsätzliche Struktur solch eine fachübergreifende Unterrichtseinheit haben sollte.

Wir entschieden uns für eine Struktur, die sich in folgende 4 Phasen einteilen lässt:

  1. Basiswissen
  2. Lernkontrolle
  3. Individualisierte Aufgabenformate (AEIOU-Aufgaben)
  4. Leistungsnachweis

 Deshalb planten wir von Beginn an ein, nach einer Erprobungsphase eine Auswertung (Evaluation) durchzuführen. So wurde sichergestellt, dass vor der Erstellung Qualitätszyklusder jeweils weiteren Unterrichtseinheit, Stolpersteine beseitigt werden konnten und die Gelingensbedingungen sich verbesserten.

Von diesen Stolpersteinen gab es viele:

  • Wie werden die entsprechenden Fachlehrer mit ins Boot geholt, wenn sie nicht dem Jahrgangsteam zugeordnet sind?
  • Was passiert, wenn es aus z. B. Krankheitsgründen einen Ausfall einer beteiligten Lehrkraft gibt?
  • Wie organisieren wir bei zeitversetztem Arbeiten in den Klassen eines Jahrgangs eine Platzierung der Lernkontrolle?
  • Wie organisieren wir den Leistungsnachweis am Ende der Einheit so, dass alle Beteiligten die Ergebnisse der verschiedenen Aufgabenschwerpunkte erfahren können?

Wie erwartet, verlief die Erprobung der ersten fachübergreifenden Unterrichtseinheit sehr unterschiedlich. Von der erfolgreichen Durchführung der gesamten Einheit bis zum Abbruch nach der Lernkontrolle war alles dabei.

Die abschließende Auswertung der ersten fachübergreifenden Unterrichtseinheit und den Planungsbeginn der zweiten fachübergreifenden Unterrichtseinheit legten wir in den Februar 2015. Zu diesem Zeitpunkt fand ein Studientag zur Pädagogischen Werkstatt statt. Als inhaltlicher Schwerpunkt wurde das Thema „Leistung wahrnehmen, beschreiben und bewerten“ in den Fokus genommen. Dieser Inhalt sollte bei der Erstellung der zweiten Unterrichtseinheit gezielt mit in den Fokus genommen werden.

Die zweite fachübergreifende Unterrichtseinheit wurde im zweiten Halbjahr des Schuljahres 14/15 erprobt und innerhalb der Jahrgangsteams ausgewertet.

Zu Beginn des Schuljahres 15/16 widmeten wir einen der drei Präsenztage der Arbeit in den Jahrgangsteams zur Erstellung der ersten fachübergreifenden Unterrichtseinheit für das neue Schuljahr. Hier wurden die Unterrichtseinheiten jeweils an den neuen Jahrgang übergeben, so dass das Jahrgangsteam über die Inhalte, die Gelingensbedingungen und die Stolpersteine informiert wurde. Alle Jahrgangsteams hatten nun die Möglichkeit, die bereits erprobten Unterrichtseinheiten für die eigene Umsetzung zu anzupassen oder der Jahrgang entschied sich für die Erarbeitung und Durchführung einer neuen Unterrichtseinheit.

Seither erleben unsere Schülerinnen und Schüler in den Jahrgängen 7 – 9 zwei fachübergreifende Unterrichtseinheiten pro Schuljahr und im 10. Jahrgang eine dieser Unterrichtseinheiten[1].

Aktuell liegen die Materialien für folgende fachübergreifende Unterrichtseinheiten vor:

Jahrgang Themen


7

  • Ritter und Burgen
  • Papier
  • Wasser

8
  • Jeans – ein ganz besonderer Stoff
  • Elektronische Medien/ Kommunikation

9
  • Bewerbungen – Fit fürs Berufsleben
  • 1. Weltkrieg
  • Industrialisierung

10
  • Menschenrechte
  • Jugend im Nationalsozialismus

Im Schuljahr 17/18 planen wir für einen der drei Präsenztage einen Studientag. Folgende Fragestellungen sind dabei hinsichtlich einer Evaluation des fachübergreifenden Unterrichts in den Mittelpunkt zu stellen:

  • Welche Gelingensbedingungen bei der Planung und Durchführung einer fachübergreifenden Unterrichtseinheit können wir mit jetziger Erfahrung benennen?
  • Welche Stolpersteine stehen uns immer wieder im Wege?
  • Bewährt sich der vier-Phasen-Aufbau einer Unterrichtseinheit?
  • Welche Erfahrungen wurden zum Thema „Leistung wahrnehmen, beschreiben und bewerten“ gemacht?
  • Welche Form der Dokumentation eignet sich besonders?

[1] Durch Rückmeldungen in den Teamleitungssitzungen wurde deutlich, dass zwei fachübergreifende Unterrichtseinheiten im Jahrgang 10 nur schwer zu realisieren sind. Das zweite Halbjahr ist in diesem Jahrgang geprägt von den Abschlussprüfungen, so dass die Entscheidung getroffen wurde, im 10. Jahrgang nur eine fachübergreifende Unterrichtseinheit durchzuführen.

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