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Die Profile

Die Profile sind unser wichtigstes Merkmal. Mit ihnen unterscheidet sich unsere Schule von anderen Schulen im Bezirk und im Land Berlin.

Alle Schülerinnen und Schüler (SuS), die sich an unserer Schule um einen Schulplatz bewerben, wählen zwei Profile aus und werden in Jahrgangsstufe 7 einem der gewählten Profile zugeordnet.

Die Profile sind unsere Klassen. Wir setzen mit den Profilklassen sechs fachliche Schwerpunkte: WAT, Sprache, NaWi, GeWi, Sport und Künste.

In den Profilklassen haben unsere SuS an einem Tag pro Woche Gelegenheit, mit ihren Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern projektorientiert an dem von ihnen gewählten Schwerpunkt zu arbeiten. Hierdurch können auch größere Vorhaben in der Klasse realisiert werden, die manchmal auch außerhalb der Schule und außerhalb der regulären Unterrichtszeit stattfinden (z.B. Theater- und Museumsprojekte, Schüleraustausch mit Dänemark und den Niederlanden, Catering bei schulischen und außerschulischen Veranstaltungen, Schlossführungen durch unsere SuS).

So planen wir den Profiltag
Den Profilklassen sind jeweils zwei Lehrkräfte zugeordnet, die den Profiltag gestalten. Mindestens eine, zumeist beide Lehrkräfte sind gleichzeitig Klassenlehrerin bzw. Klassenlehrer.
Der Profiltag findet einmal wöchentlich in jeder Klasse statt: montags in Jahrgangsstufe 7, dienstags in Jahrgangsstufe 8, mittwochs in Jahrgangsstufe 9 und donnerstags in Jahrgangsstufe 10.
Profilstruktur

Den Profiltag planen wir, indem wir ab der dritten Unterrichtsstunde zwei Stunden des zugeordneten Unterrichtsfaches mit den drei Profilstunden aus der Stundentafel sowie mit einer Schülerarbeitsstunde verbinden. Ein typischer Profiltag sieht also folgendermaßen aus:

Unterrichts-
stunde
P r o f i l e
SportKünsteGeWiSpracheNaWiWAT

1

Fach­unterricht

Fach­unterricht

Fach­unterricht

Fach­unterricht

Fach­unterricht

Fach­unterricht

2

Sport

Musik/

GeWi

Englisch

NaWi

WAT

3

Sport

Bildende Kunst

GeWi

Englisch

NaWi

WAT

4

Profil

Profil

Profil

Profil

Profil

Profil

5

Profil

Profil

Profil

Profil

Profil

Profil

6

Profil

Profil

Profil

Profil

Profil

Profil

7

Schüler-
­arbeits­stunde

Schüler-
­arbeits­stunde

Schüler­-
arbeits­stunde

Schüler-
­arbeits­stunde

Schüler­-
arbeits­stunde

Schüler-
­arbeits­stunde


Entstehung der Profile an der Schule am Schloss
Aus der Struktur des „Klassentags“ bildeten wir ab Schuljahr 2012/13 die Grundstruktur unseres Profiltages mit zwei bzw. drei zugeordneten Fach- und Profilstunden.
Ganz selbstverständlich folgte die Vorbereitung unseres Tages der offenen Tür im Januar 2013 inhaltlich den sechs Profilen, die wir zunächst „Schwerpunktklassen“ nannten.

Die sechs Profile sollten zukünftig – zusammen mit den Kernfächern Deutsch und Mathematik - auch die Grundstruktur für unsere Fachkonferenzen bilden (vgl. SchiC Teil A; Miteinander reden; Kommunikationsstrukturen; Fachkonferenzen).

Vorbereitet durch den Austausch in den Jahrgangsteams führten wir im April 2013 unseren ersten Studientag zum Thema „Der Profiltag“ durch. Ab jetzt sprachen wir von „Profilunterricht“ am „Profiltag“. Unterstützt von Mitarbeiterinnen der Regionalen Fortbildung trugen wir an diesem Tag unsere Schätze und neue Ideen zur Gestaltung des Profiltags zusammen.

Zunehmend wurde uns deutlich, dass die Profile an unserer Schule zu einem wichtigen Ort der Unterrichtsentwicklung werden.
Dies liegt deshalb nahe, weil

  • die fachlichen Strukturen an den Profilen ausgerichtet sind;
  • sich alle Profillehrkräfte eines Jahrgangs wöchentlich im Jahrgangsteam treffen;
  • mit der Stundentafel am Profiltag Möglichkeiten zu projektorientiertem Unterricht gestärkt werden.

Die Profiltage wurden zum wichtigsten Ort der Arbeit an der „kognitiven Landkarte“ im Rahmen der „Pädagogischen Werkstatt: Individualisierung/Umgang mit Heterogenität“ (Kooperationsprojekt zwischen der Akademie des Deutschen Schulpreises der Robert-Bosch-Stiftung und der SenBJW). An der „Pädagogischen Werkstatt“ nahmen wir auf Beschluss der Jahrgangsteams seit Dezember 2012 mit fünf Kolleg*innen teil (vgl. SchiC Teil A; Miteinander reden; Kommunikationsstrukturen; Fachkonferenzen).

Aus der „Pädagogischen Werkstatt“ entwickelten wir an zwei Studientagen (März 2014 und Februar 2015) und einem pädagogischen Nachmittag (September 2014) unser schulisches Modell der Fächerübergreifenden Unterrichtseinheiten. Die Fächerübergreifenden Unterrichtseinheiten werden in den Jahrgangsteams entwickelt und wachsen als Curriculum durch die Jahrgangsstufen. Sie bestehen jeweils aus einem „Fundamentum“ und einem „Additum“ entlang der „kognitiven Landkarte“. Für das Additum bildet wiederum häufig der Profiltag den geeigneten Rahmen.

Vorbereitet durch unsere Erweiterte Schulleitung, führten wir im April 2016 den zweiten Studientag zum Thema „Profilunterricht“ durch. Diesmal legten wir den Schwerpunkt auf das Erscheinungsbild der Profile auf unserer Website und besonders auf die Ziele des Profilunterrichts.


Ziele des Profilunterrichts

  1. Produktorientiertes Lernen in Vorhaben
    Ausgangspunkt des Profilunterrichts sind Produkte, die am Profiltag entstehen. Produkte müssen keine Dinge sein, sondern können ebenso gut als Dienstleistungen oder Veranstaltungen auftreten (z.B. Catering für das Sommerfest, Musik- und Theaterprogramm, Museumsprojekte, Experimentieren am Tag der offenen Tür).
  2. Verantwortung übernehmen für die Schule und über die Schule hinaus
    Die hergestellten Produkte kommen der Schulgemeinschaft zu Gute und werden teilweise auch darüber hinaus sichtbar (z.B. Schlossführungen durch unsere SuS, Schüleraustausch mit Dänemark und den Niederlanden, Lange Tafel im Rahmen des Sommerfestes, Bambuswolke am Ku´damm). Mit der Herstellung übernehme ich als Schülerin oder als Schüler Verantwortung für die Außenwirkung des Produkts und dessen Erhaltung.
  3. Kompetenzen fördern / Stärken stärken / Spezialisierung vorantreiben
    Die Arbeit in den Profilen setzt an den Stärken unserer SuS an. In der Profilarbeit begegne ich als Schülerin / als Schüler spezialisierten Menschen (z.B. in der Berliner Philharmonie oder beim Sarah-Wiener-Projekt). Die Wahlmöglichkeit im Aufnahmegespräch zielt ebenfalls auf die Stärken ab. Die Stärken der SuS werden in den Profilen weiter gestärkt, eine Spezialisierung weiter vorangetrieben, denn: Eine gute Schule stellt nach Elsbeth Stern Leistungsunterschiede auf hohem Niveau her.
  4. Selbstbewusstsein entwickeln / Identifikation herstellen
    Wenn ich als Schülerin / als Schüler gestärkt werde und Verantwortung trage, wächst mein Selbstbewusstsein. Ich kann stolz auf mich sein. Wenn viele auf diese Weise arbeiten, entstehen nebeneinander verschiedene „verantwortungsvolle“ Produkte aus verschiedenen Arbeitsbereichen. Ich kann stolz auf meine Schule sein, ich identifiziere mich mit ihr.

Ziele Profilunterricht

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Beispiel Schlossprojekt
In Kooperation mit der Museumspädagogin des benachbarten Bezirksmuseums (Villa Oppenheim) und der „Stiftung Preußische Schlösser“ entwickelte ein GeWi-Profil der Jahrgangsstufe 9 Führungen durch das Schloss Charlottenburg (=Produkt). Die Führungen sind konzipiert für SuS der Jahrgangsstufe 5 benachbarter Grundschulen. Sie werden kombiniert mit der Herstellung eines barocken Stuckelements in unseren Kunsträumen im Anschluss an die Schlossführung. Unsere SuS tragen im gesamten Prozess an den verschiedensten Stellen Verantwortung: Im respektvollen Umgang mit den Bediensteten des Schlosses, im achtsamen Umgang mit den wertvollen Ausstellungsstücken sowie in der Außendarstellung unserer Schule gegenüber Grundschülerinnen und -schülern und begleitenden Grundschullehrkräften.

Gestärkt werden dadurch soziale Kompetenzen (Begleitung einer Gruppe durchs Schloss, Anleitung von Grundschülerinnen und -schülern bei der Herstellung der Barockelemente), fachliche Kompetenzen (Einordnung der Ausstellungsstücke in den historischen Zusammenhang) und methodische Kompetenzen (Präsentationstechniken und –rhetorik).

Zu Recht sind unsere Schülerinnen und Schüler stolz auf die von ihnen erzielten Ergebnisse. Sie identifizieren sich mit ihrer Aufgabe und mit ihrer Schule, die den Rahmen für das Vorhaben bietet.

Mittlerweile ist das Schlossprojekt fest im Curriculum des GeWi-Profils in Jahrgangsstufe 9 verankert und erfährt in jedem Jahr Variationen und Erweiterungen, etwa durch sonntägliche Familienführungen, die unsere SuS in direkter Kooperation mit der Stiftung Preußischer Schlösser durchführen.

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