FoodFight - Ein Musikvideo Musical der 9e

„Wir wollen endlich mal wieder ein Projekt umsetzen, das wir wollen!“, war der erste Satz im Profilunterricht der 9e im vergangenen Schuljahr.

Über ein paar Kärtchen ließ sich schnell sammeln, was die Schülerinnen und Schüler wollten: Musik machen – Rappen - Tanzen – Theater spielen – ein Video drehen und vor allem: Kochen. Das Ganze sollte auf gar keinen Fall in einer Aufführung münden, mit einem Video sei man aber schon einverstanden.

So viele künstlerische Bereiche! Mit Paul Denkhaus, einem Mitarbeiter unserer Schulsozialarbeit, fanden wir einen kompetenten Unterstützer, der all diese Erfahrungen in einer Person vereinte.

Er entwickelte ein Konzept und stellte es der Klasse vor:

Unter den Schülerinnen und Schülern der Schule am Schloss ist ein Streit um die richtige Ernährung entfacht:
Da ist das Team Ungesund, das fest davon überzeugt ist, dass Essen mit viel Fett und Zucker einfach am besten schmeckt.
Das Team Protein schwört darauf, den ganzen Tag Fleisch zu essen, denn „von Salat schrumpft der Bizeps“.
Food Fight 1  Food Fight 2

Und dann sind da noch die, die für eine vegetarische und vollwertige Ernährung kämpfen.Food Fight 3
5 mal Obst und Gemüse am Tag ist noch viel zu wenig. Safe 10x am Tag ist ein Muss.

Der Streit gipfelt in einem Battle. Die drei Gruppen treten gegeneinander an. Es kommt zu keiner Einigung. Angeheizt von 2 live berichtenden You-Tuberinnen droht die Situation zu eskalieren.
Plötzlich geht eine Schülerin in die Mitte. Sie schaut auf. Guckt alle an. Direkt in die Augen. Dann erhebt sie ihre Stimme:
„Das hier macht mich traurig! …dieser ganze Streit! Drei verschiedene Meinungen und Positionen und hier bricht regelrecht ein Krieg aus. Nur weil ihr alle Recht haben wollt...
Versucht doch mal, die Lage mit einer Diskussion zu klären. Das wäre zu einfach oder? Da würde keiner einschalten…“

2 Wochen später:
Food Fight 4An einer großen Tafel sitzen alle Schülerinnen und Schüler bunt gewürfelt durcheinander. Es gibt Fleisch, Salate, Smoothies, aber auch Götterspeise und Pommes. Alle haben Spaß. Die You-Tuberinnen berichten live...
Abstimmung: Wir sind dabei. Der Spaß kann beginnen – oder besser: die Arbeit und der Streit...

Das Erkennen der eigenen Fähigkeiten und Stärken war das eine. Schnell ordneten sich alle Schülerinnen und Schüler notwendigen Arbeitsteams zu. Aufgaben wurden gesammelt, Maßnahmenpläne erstellt. Selbst Requisiten wurden gleich zu Beginn der Projektarbeit notiert. Parallel dazu mussten aber Songtexte geschrieben und einstudiert, Beats herausgesucht und Choreografien entwickelt werden.

Das war viel schwerer als gedacht! Schon das Sammeln der Themen und Inhalte war nicht einfach, schließlich musste man sich teilweise in fremde Rollen versetzen.

Wieso eigentlich in Rollen? Die Aufgaben waren doch klar verteilt worden! Alle hatten Jobs – nur Darsteller gab es keine! Die Mehrheit der Klasse wollte backstage arbeiten. Das macht das Drehen eines Musicalvideos, zu dem sich das Projekt inzwischen entwickelt hatte, ein bisscFood Fight 5hen schwierig...

Ansage der Lehrerinnen und Lehrer: Außer dem Backstage-Job muss sich jede Schülerin und jeder Schüler noch einem weiteren Team zuordnen. Dabei müssen auch noch drei, zahlenmäßig ungefähr gleich stark besetzte, Teams herauskommen!

Krise 1: Mit Leuten arbeiten, die nicht unbedingt die besten Freunde sind. Texte lernen. Singen – und das auch noch vor laufendem Mikrofon! Choreografien entwickeln und performen...

Nach vielen angeleiteten, später auch selbstständigen Probenphasen mit ständigen Zwischenpräsentationen war es endlich so weit: Die ersten 3 Audiotracks konnten aufgenommen und abgemischt werden.

Damit war aber noch kein Video entstanden, Battletext und der Monolog der unscheinbaren Schülerin waren noch nicht geschrieben und die Instrumentalmusiker mangels Anleitung chronisch unterbeschäftigt.

Lediglich die You-Tuberinnen wussten längst, was sie sagen und wie sie aussehen wollten...

Krise 2: „Was sollen wir machen?“ „Ich kann das nicht.“ Mir fällt nichts ein.“, waren regelmäßig wiederkehrende Sätze in der wöchentlichen Auswertungsphase...

Food Fight 6Absprache der Coaches: Texte nach Anregungen der Schülerinnen und Schüler schreiben – Herr Denkhaus. Kann man später variieren. Videos zügig abdrehen, mit Improvisationen leben, einen Schüler mit der Regieassistenzbetrauen.

Ende April und Mitte Mai gab es einen Projekt- und 3 Drehtage
Drehtag 1: Die Teams stellen sich vor
Drehtag 2: Speisen an der gemeinsamen Tafel
Drehtag 3: Battle

Einfacher wurde es aber nicht...

Krise 3: „Ich will im Video nicht erkennbar sein.“ Lustloses Umsetzen der Choreografien oder Vergessen der Absprachen...
Ein starkes Team an motivierten Mitstreiterinnen und Mitstreitern gab aber auch nach einem Krisen-Klassenrat nicht auf:
Wir bringen das Projekt zu Ende. Schließlich haben wir schon so viel investiert.
Wie im Video selbst gab es ein Happy-End:

Am Mittwoch, dem 12.06.19 wurde den ganzen Tag in der Küche und der Aula gearbeitet und geprobt - und um 18.00 Uhr war es dann soweit:
Wir konnten den Eltern, der Schulleitung, eingeladenen Lehrkräften und Gästen unser Video präsentieren.Food Fight 7

Der FoodFight der 9e ist friedlich zu Ende gegangen...Food Fight 8

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